Kleine Schaltungen

blueline

Empfangskonverter 6/10mtr

6mtr

Probeaufbau auf Lochraster


Kleiner einfacher Empfangskonverter für das 6mtr-Band.
Materialaufwand ca. 20,--DM und in etwa 2 Stunden QRV!

6mtr


Teileliste:
U1....7808
IC1...NE612
Q1....BF199
QU1..22Mhz
D1.....LED 3mm
L1.....6W auf 8mm Dorn, Draht: 0,6mm Länge: 12mm
L2.....6W auf 8mm Dorn, Draht: 0,6mm Länge: 12mm
L3.....4W auf 4mm Dorn, Draht: 0,6mm Länge: 5mm
C1....1000uF/16V
C2....10nF
C3....10nF
C4....47nF
C5....40pF
C6....47nF
C7....100uF/16V
C8....10nF
C9....10nF
C10...18pF
C11...27pF
C12...30pF
C13...3,3nF
R1.....680
R2.....100
R3.....33K
R4.....1,5K
R5.....68K
R6.....33K

Beschreibung:
Das Spannungsregler-IC U1 stellt in Verbindung mit C1,C2,C3 und R2 die Stromversorgung
dar. R1 und D1 ist nur eine Funktionskontrolle. C7 sorgt mit R2 für stabile Spannung
an IC1. Dieses IC ist der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der ganzen Schaltung. Das
NE612 ist ein doppelsymetrischer Mischer das aber in dieser Schaltung unsymetrisch und
mit externen Oszilator betrieben wird.Das Empfangssignal gelangt über den Hochpass
L2,C5,L1 und C4 auf den Eingang von IC1. An Pin 6 von IC1 wird das 22Mhz Oszilatorsignal
eingespeist. Nach Mischung mit dem Empfangssignal von 50Mhz stehen am Ausgang
Pin4 die gewünschten 28Mhz zur verfügung.
In der ganzen Schaltung gibt es nur 2 Abgleichpunkte:
C12: Mit ihm wird der Quarzoszilator auf genau 22Mhz getrimmt.
L2,C5,L1: Das ist der Hochpass,hier auf besten Empfang bzw. beste Unter-
drückung der 6Mhz-Signale (Radio Austria) abgleichen. Es können
so ca. 40db Dämpfung erreicht werden.

blueline

DL7ADG, Jürgen hat folgende Änderungen und Verbesserungen vorgeschlagen!

Die hier wiedergegebenen Bilder und Texte stammen von DL7ADG, der mir diese freundlicherweise zur Veröffentlichung überlassen hat.

Hallo, Klaus-Peter.

Ich habe mal den 6m/10m-Konverter nachgebaut (Bild). Er funktioniert.

Ich habe zusätzlich noch eine HF-Vox und Relais eingebaut, damit ich auch direkt vom Trscvr. an die Antenne kann.

Der Oszillator schwingt, aber sehr sachte, das Ausgangssignal auf 10m ist recht lau.

So viel bringt mein FT-817 mit dem defekten 6m-Vorverstärker auch; ursprünglich waren das 40dB mehr

Die HF-Pegel am Oszillator kann ich gerade nicht messen, mein HF-Tastkopf tut nichts mehr.

Der Kondensator C11 hat einen Blindwiderstand von 270?, die Spule L3 dagegen nur 6? mit 47nH, beides bei 22Mhz.

Die Spulenberechnung mache ich mit einem Programm namens „mini-Rinkernrechner“ näherungsweise.

C11 und L3 hätten zusammen eine Resonanzfrequenz von ca. 141MHz.

Kann es sein, dass diese Spule zu klein ist - war die mal für Obertöne gedacht - oder habe ich mich verrechnet?

73 aus Berlin de Jürgen, DL7ADG.

Hallo, Klaus-Peter.

Der Transverter läuft bei mir jetzt einwandfrei, jedenfalls bei der
sparsamen Schaltung ohne viel Filterkram. KW-Einstrahlungen gibt es über die
6m-Antenne fast nicht.

Mit der kleinen Spule L3 á 0,047µH schwang der Oszillator zwar an, aber
recht leise (PICT4594). Ohne L3 und C11 wäre das wohl ein
Colpitts-Oszillator.

Eine schnell um einen AA-Akku gewickelte Monsterspule á 1,9µH (PICT4595)
brachte nach etwas formverändernder „Überzeugungsarbeit“ ein gutes Signal.
Dass dieses wabbelige Konstrukt sehr umgebungsempfindlich ist, war vorher
klar.

Um mechanische Stabilität, Güte und HF-Spannung zu verbessern, bilden eine
Festinduktivität von 3,3µH und ein Trimmer jetzt den Collektorschwingkreis
(PICT4596). Der Trimmer soll mitsamt Nebenkapazitäten etwa 16pF haben. Mit
meiner 50pF-Variante war das Abstimmen etwas kniffelig, gelang aber auch.
Die Festinduktivität liegt nicht platt auf der Massefläche, sondern „steht“
einige Millimeter darüber.

Die beiden Relais schalten, wie schon erwähnt, über RG178-Kabel einen Bypass
für andere Bänder und erden die Signalleitungen bei Nichtgebrauch. Selbst
bei 2m-Signalen fällt der Bypass kaum auf. Schalten kann man die Relais mit
einer HF-Vox und einem Schalter (Tast-0-Schalt). Der Schalter rechts
schaltet nicht die gesamte Spannung, sondern nur die 8V ab, so bleibt die
Relaisschaltung samt HF-Vox aktiv.

Das Ganze ist ein eleganter Umweg um den defekten 6m-Vorverstärker in meinem
FT-817. Senden kann ich nach wie vor, empfangen fast nichts. Drum die
Umschaltung.

Die Transistoren, die an dem VV fehlen, sind schwer zu beschaffen und ich
will momentan weder auf den FT-817 verzichten, noch eine langwierige
Reparatur bezahlen.

Danke für die schöne Anregung, nun bin ich auf 6m wieder QRV, selbst die
urbanen Störsignale höre ich wieder … :-)

73 aus Berlin, Jürgen, DL7ADG.

Hallo, Peter.

Selbstverständlich kannst Du das Konstrukt so veröffentlichen, daran sollen
möglichst viele Freude haben. Auch das letzte Foto ist als Vorschlag
gemeint.
Allerdings hat's bei mir mit Gehäuse nen "Fuffi" gekostet.

Eine kleine Nachbesserung muss noch sein:
Die Blindwiderstände im Collektorschwingkreis sind recht gut bei Werten um
200 Ohm (+-50) aufgehoben, daraus errechnen sich L3 = 1,5uH und C11 = 36pF.
Mit einem 50pF-Trimmer kann man das und auch 1,8uH oder mehr abgleichen, zu
viel des Guten macht aber unstabil, weil der Collektorschwingkreis mit
steigendem Resonanzwiderstand die Frequenzbestimmung übernimmt und
temperaturabhängig wandert. Das ist der Nachteil bei Festinduktivitäten.
Ich selbst habe 3,3uH (450 Ohm!) eingebaut und beobachte eine Drift um 100Hz
und mehr, wenn der FT-817 die Schachtel aufheizt. Der Quarz scheint hier
nicht mehr viel zu melden zu haben. Dafür ist das Signal am Emitter jetzt
kräftiger. Man muss den Kompromiss suchen, bei 150 Ohm ist der CO stabil.

Gleich nach meiner letzten Mail hatte ich bei plötzlich tollen
Es-Bedingungen ein CW-QSO mit Sizilien, nicht lang, aber heizintensiv. Bei
CW fällt ein Versatz nicht auf, bei SSB muss man mit dem Clarifier
nachstellen.

Gelegentlich will ich das Ganze mal mit meinem Lieblings-IC, dem S042P
ausprobieren. Der kann wie der NE612 selbst "quarz-oszillieren" und macht
bis 16dB Durchgangsverstärkung. Innen ähnelt er dem NE612, teurer ist er,
weil etwas mehr Halbleiterzeugs drin ist und außen ist er doppelt so groß.
Rauschen kann der S042P leider besser, was z.B. bei meinem 80m-Empfänger im
Zigarrenkistenformat nicht ins Gewicht fällt.

Viel Spaß weiterhin am Hobby,
73 de DL7ADG, Jürgen.